Morgen ist wieder alles anders
Besser, schneller, wirtschaftlicher - gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kommt es darauf an! Die ständige Erneuerung ist die große Herausforderung der IT-Branche.
FACTS & TRENDS
EDV-Fachleute beschäftigen sich mit allen Aspekten der Erfassung, Übertragung, Berechnung, Darstellung, Auswertung und Aufbewahrung von Daten, den dafür notwendigen Maschinen und Anlagen sowie den erforderlichen wissenschaftlichen Grundlagen. Ein großer Teil der in dieser Branche tätigen Personen arbeitet in der softwareerzeugenden Industrie, wobei diese EDV-SpezialistInnen vor allem Computerprogramme entwerfen sowie Computersprachen und neue Computersysteme entwickeln. Ein weiterer Teil ist auch in Bereichen des Verkaufs, der Kundinnen- und Kundenbetreuung und der Beratung (Service, Anpassung und Erweiterung fertiger Programme usw.) tätig.
Der gesamte Berufsbereich der Informationstechnologie war in der Vergangenheit durch eine äußerst dynamische Entwicklung charakterisiert. Einer längeren Aufschwungphase in den 90er-Jahren, die zu einem Beschäftigungsboom führte, folgte kurz nach dem Jahrtausendwechsel ein jäher Einbruch in der Nachfrage nach IT-Fachkräften. Der Nachfrageeinbruch sowie der Trend zum Outsourcing von IT-Dienstleistungen zwang viele Fachkräfte in der Folge zum Schritt in die Selbstständigkeit. In den letzten Jahren war ein Trend zur Konsolidierung des IT-Marktes festzustellen, wobei sich seither zunehmend der Trend hin zu höheren Ausbildungsabschlüssen zeigt.
Auswirkungen der Krise
Die aktuelle Wirtschaftskrise hat auch für den IT-Sektor Konsequenzen. Die wichtigsten Veränderungen laut IT-Indikator 2009: Massiv beeinträchtigt zeigt sich das Jobangebot für Supportkräfte (528 Angebote, -13 % gegenüber IV/2008), für SystembetreuerInnen (382,
-20 %), für IT-ProjektmanagerInnen (360, -37 %) und für Netzwerk-SpezialistInnen (210, -19 %). IT-LeiterInnen (182, -10 %) und IT-OrganisatorInnen (57, -33 %) haben zwar im Vergleich zum Vorquartal verloren, nehmen aber im Jahresvergleich immer noch satte Zugewinne mit.
Bemerkenswert ist, dass die beiden größten Jobsegmente - ProgrammiererInnen (1.191, -2 %) und VertriebsmitarbeiterInnen (667, -2 %) - ihre Marktnachfrage im Vergleich zum Vorquartal nahezu stabil halten konnten (Wenngleich bei empfindlichen Verlusten im Jahresvergleich mit -15 % bzw. -27 %.). Sogar Gewinner finden sich im rezessiven Marktumfeld: SAP-SpezialistInnen glichen den Nachfragerückgang des letzten Jahres nun ausgerechnet in der Krise wieder aus (424, +8 %) und Datenbank-SpezialistInnen setzten ihre Zugewinne im Jahresverlauf auch im Anfangsquartal dieses Jahres fort (224, +6 %).
So geht's weiter!
Für Expertinnen und Experten ist klar: Die Situation ist schwierig, aber kein Grund zum Schwarzmalen. Denn vor allem mittelständische Unternehmen brauchen die Leistungen von IT-Fachkräften und -Experten, da sich diese in Krisenzeiten verstärkt mit der Optimierung und Beschleunigung von internen Prozessen und damit verbundener Kostensenkung beschäftigen. Mit dem Wirtschaftsaufschwung wird der Bedarf nach IT-Fachkräften wieder deutlich steigen. Zudem leidet die IT-Branche bereits jetzt unter akutem Fachkräftemangel, der sich bis 2020 noch verschärfen wird.
Von den über 170.000 IT-Fachkräften in Österreich sind nur etwa 20 Prozent bei reinen IT-Anbietern beschäftigt. 80 Prozent der IT-Expertin-
nen und -Experten finden sich in Schlüsselstellen in allen Bereichen der Wirtschaft wieder: vom Finanzbereich bis zur Medizin, von der Medienwelt bis zur Industrie. Im Dienstleistungsbereich und der gesamten Wissensgesellschaft ist Information und deren intelligente Verarbeitung der wichtigste Rohstoff geworden.
DIE CHANCEN AM ARBEITSMARKT
Persönliche Fähigkeiten, die punkten
Logisch-analytisches Denken, die Fähigkeit zur sorgfältigen Analyse, technisches Verständnis, lösungsorientiertes Arbeiten, Geduld, Kreativität, Genauigkeit und Präzision, hohe Belastbarkeit in Stresssituationen und sprachlich-kommunikative Fähigkeiten (für Service und Beratung) sowie Teamfähigkeit sind besonders wichtig.
Gefragte Kompetenzen
Sehr gute Englischkenntnisse für den Arbeitsalltag bzw. das Verstehen aller Betriebshandbücher, Programmiersprachen, IT-Grundkenntnisse, Technikkenntnisse und je nach Berufswunsch die entsprechende Spezialausbildung sind Voraussetzung. Möglichst sollte man auch Praxis vorweisen können.
Gute Chancen für MaturantInnen
MaturantInnen haben gute Chancen, wenn sie aus einer spezialisierten HTL oder HAK kommen. Weiters besteht für MaturantInnen die Chance, als Einstieg die Lehrberufe InformatikerIn oder EDV-Kaufmann/-Kauffrau mit verkürzter Lehrzeit nachzuholen. Auch Computerschulen (Kollegs) und Aufbaukurse bieten gutes EinsteigerInnenwissen an.
Ideale Studien und Weiterbildung
Ideale Studien sind die Universitätsstudien Informatik, Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik (Computertechnik), Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau (Technische Datenverarbeitung), Technische Mathematik (Mathematische Computerwissenschaften, Informationsverarbeitung) sowie eine Reihe von Fachhochschulstudiengängen wie Software-Engineering etc., die maßgeschneidert für die Anforderungen der IT-Wirtschaft sind. Neben betriebsinternen Weiterbildungsmaßnahmen gibt es auch Post-graduate-Studien, die der Berufslaufbahn zu einer weiteren Spezialisierung verhelfen können.
Tipp: Lesen Sie regelmäßig Fachpublikationen, verfolgen Sie einschlägige Magazine. Knüpfen Sie bereits während der Ausbildung Firmenkontakte, machen Sie Praxis. So erleben Sie die Schnelllebigkeit der Branche, die Strömungen und Trends am Gebiet der Informationstechnologie hautnah mit.
Ein Einstieg in diese Branche bedeutet lebenslanges Lernen im Eilzugstempo. Gute Noten und ein Abschluss alleine sind keine Jobgarantie!
BERUFE IN DER BRANCHE
Auf Grund der Dimension und Vielschichtigkeit, die diese Branche bereits erreicht hat, sind die unterschiedlichsten Berufsbezeichnungen anzutreffen. Nachstehend eine kleine Auswahl:
• 5 EDV-Kaufmann/-Kauffrau bzw. IT-Kaufmann/-Kauffrau
• IT-VertriebskonsulentIn
• Hardware-EntwicklerIn
• EDV-TechnikerIn
• SystembetreuerIn
• IT-ElektronikerIn•
• NetzwerktechnikerIn
• NetzwerkmanagerIn
• TelekommunikationsmanagerIn
• OperatorIn
• Datenbank-AdministratorIn
• Data-Warehouse-ManagerIn
• Datenbank-EntwicklerIn
• Anwendungs-ProgrammiererIn
• SAP-ProgrammiererIn
• Software-BetreuerIn
• InformatikerIn
• Software-EntwicklerIn
• MedieninformatikerIn
• SystemprogrammiererIn
• IT-TestmanagerIn
• Web-ProducerIn
• Web-PublisherIn