TOURISMUS

Im Tourismus sind wir Spitze

Österreichs Tourismusbilanz ist eine Erfolgsgeschichte, hinter der der Weg kontinuierlicher Professionalisierung steht. Immer neue Angebote und immer neue Vermarktungsstrategien werden auf ein wechselndes GästeKlientel zugeschnitten.


FACTS & TRENDS

Tourismus ist einer der wichtigsten und wachstumsstärksten Wirtschaftszweige. Als wichtigster Exportzweig neben der Industrie erarbeitete die Tourismuswirtschaft im Jahr 2008 rund 13,8 Mrd. Euro an Deviseneinnahmen, die direkte und indirekte Wertschöpfung im Bereich Tourismus und Freizeitwirtschaft beläuft sich auf rund 23 Mrd. Euro. Die Gesamtumsätze werden vorwiegend in den Branchen Restaurant und Unterkunft, Handel, Transport und Kultur, Erholung und Unterhaltung erzielt.

Auch international kann sich unsere Bilanz sehen lassen: Beim Pro-Kopf-Einkommen der Deviseneinnahmen liegt Österreich mit über 1.600 Euro jährlich an dritter Stelle (hinter Zypern und Malta) und überholt damit alle anderen klassischen Reisedestinationen.

Exzellenter internationaler Ruf
Österreich profitiert von der jahrzehntelangen Tradition als Gastgeber und Werten wie schöner Landschaft und Natur bzw. Reichtum an kulturellen Sehenswürdigkeiten und hat international einen exzellenten Ruf als Tourismusdestination. 2008 bedeuteten über 126 Mio. Nächtigungen eine weitere Steigerung. Neben über 30 Mio. Nächtigungen von InländerInnen verteilten sich - mit Ausnahme der sinkenden Zahl deutscher TouristInnen - die Herkunftsländer vorwiegend auf die Niederlande, die Schweiz, England, Italien, Belgien und Frankreich. Boomende Herkunftsmärkte waren auch die USA, Ungarn und Tschechien. Als Hoffnungsmärkte gelten alle neuen EU-Länder sowie Fernostmärkte.

Aus vielen Gründen wichtig
Tourismus ist aus vielen Gründen wichtig. Dazu zählen unter anderem die Tatsachen, dass Wohlstand und Arbeitsplätze auch und gerade in entlegenen Gebieten Österreichs entstehen und der Aufbau und die Förderung von Infrastruktur ermöglicht werden. Unbestreitbare Tatsache ist auch, dass dieser Wirtschaftszweig nun einmal standortgebunden ist und in kein „Billiglohnland" abwandern kann.

Erfolge müssen jedes Jahr neu erkämpft werden
Tourismus ist nicht selbstverständlich, dafür gibt es keine Rahmenverträge oder Sicherheiten. Wenn ein Herkunftsmarkt (wie aktuell Deutschland) in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist, muss rasch in anderen Märkten für Ersatz gesorgt werden. Und es genügt längst nicht mehr, mit schöner Landschaft, gutem Essen oder Sehenswürdigkeiten zu werben.

Die Tatsache, dass Österreichs Gäste nur zu neun Prozent Pauschalreisende und zu 91 Prozent IndividualtouristInnen sind, zeigt, dass jeder Ankunft eines Gastes viele Maßnahmen voraus gehen. Mit großem Marketingfachwissen und Professionalität werden Gästeschichten hinsichtlich ihrer Wünsche
und Bedürfnisse analysiert und zielgruppengerecht umworben. So gibt es innerhalb des touristischen Angebots viele Untergruppen - wie etwa den höchst erfolgreichen Städtetourismus oder den Kongresstourismus. Und neben den Wanderern, SchifahrerInnen oder WassersportlerInnen werden auch Gästegruppen wie junge Eltern (Babyhotels) oder SeniorInnen (50plus-Hotels) maßgeschneidert angesprochen. Damit insgesamt die Gäste nicht überaltern, wird vor allem im Eventbereich versucht, die Destination Österreich „jung" zu erhalten.

Qualitätssicherung und Professionalisierung
Die Qualität der Dienstleistung vor Ort muss natürlich den Erwartungen entsprechen, um UrlauberInnen auch zufrieden zu stellen. Freundlichkeit und perfekter Service sind ein Teil des Erfolgs, beträchtliche und wohl überlegte Investitionen in Hotel- oder Orts- und Regionalinfrastruktur die andere. Qualitätsmanagement hat Einzug gehalten und wird von vielen Hotels und Einrichtungen konsequent verfolgt. Das ehemalige Konkurrenzdenken der AngebotsträgerInnen, da ein Hotelier vor dem anderen in EinzelkämpferInnentaktik möglichst die Werbematerialien geheim gehalten hat, und sich daraus einen Vorsprung erhofft hat, ist einer umfassenden Professionalisierung gewichen.

Angebotszusammenschlüsse, Werbegemeinschaften oder auch Einkaufsgemeinschaften kennzeichnen den Weg. Kooperationsmarketing, Suchen logischer PartnerInnen (ReiseveranstalterIn, TransporteurIn bis zu bekannten österreichischen Markenartikeln) und das Nützen von Synergien (Vorteilen für beide Seiten) wird professionell und geschickt eingesetzt. Das zuständige Ministerium (BM für Wirtschaft und Arbeit), die Bundeswirtschaftskammer, die Österreich Werbung, die touristischen Einrichtungen der einzelnen Bundesländer sowie die hervorragenden Schulen und Ausbil- dungsstätten haben an dieser Professionalisierung großen Anteil - und hier liegt wohl auch das Geheimnis des anhaltenden Erfolges.


DIE CHANCEN AM ARBEITSMARKT

In Österreich sind (OECD-Studie) 586.000 Personen (13,9 Prozent) direkt oder indirekt vom Tourismus abhängig. Der laufende Trend zunehmender Beschäftigungszahlen setzt sich fort, alleine in der Gastronomie wurde die Rekordmarke von 220.000 Beschäftigten überschritten. Diese Zahlen sind jedoch saisonal stark schwankend und werden (z. B. im Service oder bei Küchenhilfskräften) teilweise durch ausländische Arbeitskräfte (Saisoniers) ausgeglichen. Offenen Stellen stehen auch jeweils eine große Zahl arbeitslos gemeldeter Personen gegenüber.

Persönliche Fähigkeiten, die punkten:
Weltoffenheit gegenüber anderen Kulturen, Vorurteilslosigkeit, Freundlichkeit, Servicebereitschaft und Stressresistenz sind wichtige Eingangsvoraussetzungen. Organisationstalent und Flexibilität sind ebenso wichtig, da kein Gast und kein Tag wie der andere ist.

Gefragte Kompetenzen
Touristisches Basiswissen, möglichst häufige Praxis in Gastronomie, Hotel oder Reisebüro, gute Sprachkenntnisse (neben Englisch zumindest eine weitere Sprache wie Italienisch, Spanisch oder Französisch immer bedeutsamer werden aber auch die Ostsprachen) und gute EDV-Basiskenntnisse, möglichst auch Kenntnisse in Reservierungsprogrammen, sind gute Einstiegsvoraussetzungen.

Chancen für MaturantInnen
MaturantInnen haben gute Chancen, wenn sie Sprachkenntnisse sowie gewisse Basiskompetenzen (siehe oben) mitbringen. Es kann auch jeder Tourismuslehrberuf (Lehrzeit ein Jahr verkürzt) nachgeholt werden, damit erarbeitet man sich für weitere Karriereziele auch die notwendige Praxis. Aufbauend auf einer AHS-Matura kann auch ein zweijähriges Tourismus-Kolleg an vielen Standorten in Österreich besucht werden. Tourismus-Kollegs punkten mit einer einzigartigen, praxisorientierten, kompakten Berufsausbildung. Mit dem Abschluss hat man bereits mehrere Berufe in der Tasche und profitiert im Falle der Studienfortsetzung von Anrechnungszeiten an vielen europäischen Universitäten. Weiters beinhaltet der Abschluss den Ersatz der Unternehmerprüfung und die gastgewerbliche Befähigungsprüfung. Gut ausgebildete Touris-tiker haben es gut, denn sie haben weltweit glänzende Jobchancen, sei es im Gastronomie- u. Hotelmanagement, bei Fluglinien und Kreuzfahrtunternehmen, im Event- und Kongressmanagement, in Tourismusbüros oder bei Reiseveranstaltern sowie im Marketing, Management und in allen Dienstleistungsbereichen.

Ideale Studien und Weiterbildung
Einschlägige Tourismus-Fachhochschulen, Tourismus-Kollegs und Universitätslehrgänge sowie Regelstudien sind ebenso ein idealer Einstieg wie etwa ein Wirtschafts- oder Marketingstudium. In der Gastronomie werden auch ErnährungswissenschafterInnen, DiätassistentInnen, im Hotel- und Ortsbereich SportwissenschafterInnen gebraucht. Für weit reichende infrastrukturelle Entscheidungen werden auch beispielsweise RaumplanerInnen gebraucht.

 

Karrieretipps: Abonnieren/lesen Sie eine der überregionalen Tourismuszeitschriften, um die Trendthemen parat zu haben bzw. die Branche und das Who's who kennen zu lernen.

Verfolgen Sie die Trendaussagen von ZukunftsforscherInnen und MarktforscherInnen, um aktuelle und zukünftige Gästebedürfnisse einschätzen zu können. Seien Sie aufmerksam als Gast und UrlauberIn und jobben Sie so oft wie möglich im Tourismus oder in der Gastronomie, auch im Ausland. Achten Sie darauf, dass Sie eine Arbeitsbestätigung bekommen und beachten Sie neben einem Studium die Zuverdienstgrenzen.

Fernweh? Gutes österreichisches Tourismus-Know-how ist die optimale Visitenkarte im Ausland. Viele Türen stehen Ihnen offen und Sie werden in keiner Branche mehr erfolgreiche AuslandsösterreicherInnen treffen!


BERUFE IN DER BRANCHE

Neben den klassischen Berufen wie Küchen- und Servicefachkräfte, RezeptionistIn oder Reisebürokaufmann/-kauffrau gibt es eine Reihe weiterer Berufe, die gute Chancen eröffnen. Dazu zählen beispielsweise:

• ReiseleiterIn oder FremdenführerIn
• Hotel- und GastgewerbeassistentIn
• HotelverwalterIn
• GaststättenleiterIn/SystemgastronomIn
• GästebetreuerIn/AnimateurIn
• Wellness-/FitnessbetreuerIn
• MarketingmanagerIn bzw. MarketingassistentIn
   (für Hotels, Orte, Regionen, Werbegemeinschaften etc.)
• QualitätsmanagerIn
• EventmanagerIn (Kultur- und Sportbereich)
• MarkforscherIn, TrendforscherIn
• Hotel-/Gastronomie-/Tourismus-/KongressmanagerIn